Schlafprobleme bei Babys: Die 10 größten Fehler, welche den Schlaf eines Baby ruinieren können

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Wäre es nicht schön, wenn jedes Kind gut schlafen würde? Leider aber ist dies nicht der Fall. Oftmals kommen Eltern völlig erschöpft und frustriert zu mir in die Beratung, weil sie, nach dem sie alles erdenkliche ausprobiert haben, immer noch mehrmals in der Nacht von ihrem Kind aufgeweckt werden und auch die Schläfchen während dem Tag eine riesen Herausforderung sind.

Einige Eltern wissen eigentlich schon, was sie tun müssen, um den Schlaf ihres Kleinkindes zu verbessern. Alles was sie brauchen ist ein kleiner Schubs in die richtige Richtung.  Andere Eltern sind ziemlich überrascht, wenn ich ihnen die Ursachen für die Schlafprobleme ihres Babys sage.

Was ich oft beobachte ist, dass viele Eltern die gleichen Fehler machen, welche den Schlaf ihres Kindes ruinieren. Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesem Blog helfen kann, einige dieser oft gemachten Fehler zu vermeiden, damit sowohl Sie wie auch Ihr Baby den Schlaf bekommen, den Sie brauchen.

Wäre es nicht schön, wenn jedes Kind gut schlafen würde? Eigentlich können wir die meisten Schlafprobleme bei Babys leicht verhindern! Erfahren Sie die 10 größten Fehler, welche den Schlaf Ihres Babys ruinieren können.

1. Das Kind schläft zu viel oder zu wenig

Haben Sie jemals versucht, Ihr Baby tagsüber wach zu halten, damit es Nachts besser schlafen kann? Hat es funktioniert? Ich wette, das hat es nicht! Der Grund dafür ist, dass Übermüdung die Produktion der Stresshormone Cortisol und Adrenalin stimuliert.  Diese Hormone halten uns wach.

Eltern, welche versuchen, ihr Kind tagsüber wach zu halten, so dass es dann am Abend müde genug ist um einschlafen zu können, stellen oft fest, dass diese Strategie nach hinten losgeht. Anstatt dass es langsam schläfrig wird, ist das Kinder am Abend oftmals voll aufgedreht und übermäßig energisch, so dass es ihm schwer fällt einzuschlafen.

Andererseits kann zu viel Schlaf oder Schläfchen zu den falschen Zeiten auch dazu führen, dass Ihr Kind Abends nicht einschlafen kann und die ganze Nacht über häufig aufwacht.

Zu wissen, wie viel Schlaf Ihr Kind braucht und den Tagesablauf altersgerecht zu optimieren, ist entscheidend für einen guten Schlaf!Traumhafte Tagesroutinen Schlafroutinen für Babys und Kleinkinder

2. Das Baby wird in einem hellen Zimmer zum schlafen gelegt

Viele Eltern sagen mir, dass sie ihr Kind in einem hellen Zimmer schlafen lassen, damit es sich „daran gewöhnen kann“ und flexibler ist, wo und wie es schläft. Leider widerspricht dies unserer Biologie und dem wie unser Körper funktioniert!

Melatonin, das Hormon, welches uns schläfrig macht, wird NUR im Dunkeln produziert. Das heißt also, egal wie lange Sie versuchen, Ihrem Baby beizubringen, in einem hell Raum zu schlafen, es funktioniert in aller Regel nicht. Natürlich gibt es ein paar Kinder, denen es egal ist, wo und wie sie schlafen, ob es dunkel oder hell ist, oder ob sie in ihrem Bett, auf dem Schoß ihrer Mutter oder auf einer Bank am Flughafen schlafen. Ich finde jedoch, dass dies mehr mit dem Temperament des Kindes zu tun hat als mit allem anderen!

Meiner Erfahrung nach können Kinder in einem dunklen Raum viel besser schlafen. Außerdem sehe ich, dass Kinder mit einer guten Schlafumgebung, unterwegs tatsächlich flexibler sind, weil ihr Körper in einem guten Rhythmus ist.

3. Es besteht keine Routine oder Rhythmus 

Babys blühen auf wenn sie Routine und Rhythmus haben! Dies gibt ihnen Sicherheit und hilft, ihren zirkadianen Rhythmus so zu regulieren, dass sie sich zur richtigen Zeit schläfrig fühlen. Ein Baby ohne Routine ist wie ein Erwachsener mit konstantem Jetlag. Sie sind launisch, müde und schlafen nicht gut!

Eine Routine muss nicht super streng sein, betrachten Sie es mehr wie ein Rhythmus. Wenn Sie also Ihre Tage flexibel halten wollen, achten Sie auf die altersgerechten Wachfenster – die Zeitspanne, in der Ihr Baby zwischen den Schläfchen oder vor dem Schlafengehen wach sein kann. Dies ist wichtig, damit Ihr Kind nicht über- oder untermüdet ist, wenn Sie es zum schlafen hinlegen. 

Wenn Sie sicherstellen möchten, dass Ihr Kind einen guten Schlafrhythmus hat, dann lesen Sie meine Traumhafte Tagesroutine Handbücher. Darin finden Sie altersspezifisch angepasste Tages Routinen, die für guten Schlaf, Ernährung und das allgemeine Wohlbefinden Ihres Kindes optimiert sind. Außerdem erhalten Sie viele Tipps und Tricks, wie Sie flexibel bleiben, mit Entwicklungsänderungen umgehen und von einem Schläfchenplan zum nächsten wechseln können.

Für Tipps, wie Sie einen Schlafplan bei Ihrem Neugeborenen anwenden können, lesen Sie diesen Blogbeitrag. Für weitere Informationen, Tipps und Werkzeuge zum Thema Neugeborenen-Schlaf, werfen Sie einen Blick auf das Neugeborenen-Schlafpaket.komplettes handbuch zum neugeborenen schlaf

4. Das Baby kann nicht selber einschlafen

Wir reden hier nicht über Neugeborene! Neugeborene müssen gekuschelt und geknuddelt werden. Sie brauchen Hilfe beim einschlafen, weil sie biologisch noch nicht reif genug sind, dies alleine zu tun. Wenn Ihr Kleines jedoch älter wird kann es von Ihrer Hilfe beim einschlafen abhängig werden.

Ich stelle oft fest, dass Babys zwischen 4-6 Monaten etwas mehr Unabhängigkeit brauchen – denn mit 4 Monaten gibt es meistens eine Schlaf-Regression (dies ist Teil eines Entwicklungs Sprunges). Dies ist auch das Alter, in dem sich Babys ihrer Umgebung immer mehr bewusst werden und es deshalb störend sein kann wenn die Eltern zusammen mit dem Baby  im selben Raum schlafen.

Wenn das Baby eine starke Schlafassoziation hat (z.B. in den Schlaf füttern) und nicht in der Lage ist, alleine einzuschlafen, dann kann dies zu, zu kurzen Schläfchen und häufigem aufwachen in der Nacht führen. Zum Beispiel, wenn Ihr Kind an der Brust einschläft, sind die Chancen hoch, dass es nach einem Schlafzyklus (das sind ~45 Minuten am Tag und 1-3 Stunden in der Nacht) wieder die gleiche Hilfe von Ihnen braucht um erneut in einen tiefen Schlaf zu fallen. Dies führt dazu, dass Ihr Baby häufig aufwacht weil es Ihre Hilfe braucht um wieder einschlafen zu können. Das ist nicht gesund für das Baby, und es ist sicher auch nicht hilfreich für Mama und Papa.

Nehmen Sie eine beobachtende Haltung ein und versuchen Sie nicht zu schnell einzugreifen wenn Ihr Baby in einem Alter ist wo es langsam etwas mehr Unabhängigkeit braucht.

5. Das Baby wird bei einem Schläfchen nach nur einem Schlafzyklus wieder aufgenommen

Haben Sie schon einmal erlebt, wie frustrierend präzise die länge eines Schläfchens sein kann? Fast immer sind meine Kinder nach genau 45 Minuten wieder aufgewacht.  Viele Babys machen zu kurze Schläfchen. Leider merken wir manchmal nicht, dass wir als Eltern zu diesem Problem beitragen. Entweder weil wir sie nicht wach ins Bett legen damit sie alleine einschlafen können, oder weil wir sie nach nur einem Schlafzyklus schon wieder aufnehmen. 

Der zirkadiane Rhythmus eines Babys wird unter anderem durch die Lichteinwirkung reguliert. Wenn man das Baby, wenn es nach nur 45 Minuten aufwacht, aus dem Bett holt und ans Licht bringt, dann lehrt es weiterhin nur kurze Schläfchen zu machen. Das liegt daran, dass die Einwirkung von Licht den zirkadianen Rhythmus des Babys beeinflusst und dem Körper sagt, was er beim nächsten Mal tun soll.

Nachdem das Baby von seinem (zu kurzen) Schläfchen erwacht, bleiben Sie in einem dunklen Raum. Probieren Sie das Baby wieder zum einschlafen zu bringen, wenn auch nur für ein paar Minuten. So sieht es, dass es nocht nicht an der Zeit ist aufzustehen und kann lernen die Schlafphasen zu verbinden und somit auch längere Schläfchen zu machen.

6. Das Temperament des Kindes wird zu wenig berücksichtigt

Haben Sie jemals ein Paar Schuhe gekauft (vielleicht aus Gruppenzwang) welche Ihnen gar nicht richtig gepasst haben? Schon nach ein paar Tagen hatten Sie Blasen an den Füssen und die Schuhe landeten ganz hinten im Schrank um nie wieder getragen zu werden. Wenn mir dies passiert bedauere ich immer diese Entscheidungen und wünschte mir ich hätte auf das richtige Paar Schuhe gewartet, die perfekt passen und zu mir und meinem Stil passen. Das Gleiche gilt auch für Schlaf-Coaching!

Es gibt so viele verschiedene Methoden und es ist wichtig, dass Sie diejenige auswählen bei der Sie sich ganz wohl fühlen und die ganz zu Ihnen, Ihrem Erziehungsstil und der Persönlichkeit Ihres Kindes passt. Die Forschung zeigt, dass Schlaf Trainingsmethoden viel eher langfristig wirksam sind (ganz zu schweigen von schneller!), wenn die Eltern hinter dem stehen können, was sie tun. Genau aus diesem Grund arbeite ich individuell mit jeder Familie und habe keinen “eine Lösung für alle” Ansatz. Ich nehme mir immer viel Zeit zusammen mit den Eltern den besten Weg für die Familie zu finden. 

Anmerkung: Wenn Sie grundsätzlich mit der Idee von Schlaftraining  mühe haben, lernen Sie hier mehr über die 3 sanften Schlaf Trainingsmethoden welche meine Klienten ständig erfolgreich anwenden. Beim Schlafcoaching geht es nicht darum Ihr Kind einfach schreien zu lassen. Nein, es beinhaltet noch ganz viel mehr und ist viel umfangreicher als Sie sich das im Moment vielleicht vorstellen können.  

7. Das Timing ist falsch

Sie wünschen sich vielleicht eine schnelle Lösung für den Schlaf Ihres Kindes (wer würde sich das nicht wünschen, speziell wenn man sowieso schon ziemlich auf den Riemen läuft). Man muss aber trotzdem den Zeitpunkt für das Schlaftraining gut wählen, denn sonst kann der Prozess viel schwieriger werden als er sein müsste.

Vielleicht macht Ihr Kind gerade einen großen Entwicklungsschritt, ist krank oder am zahnen. Es steht eine große Veränderungen für Ihre Familie an – wie Reisen, ein Geschwister oder ein Umzug. Vielleicht fangen Sie wieder an zu arbeiten oder Ihr Kind startet bald in einer Kindertagesstätte. 

In solchen Zeiten ist es nicht ideal am Schlaf Ihres Kindes zu arbeiten da es bereits so viele andere Veränderungen durchmacht und sich an diese gewöhnen muss. Meine Empfehlung ist es in diesem Fall, 2-3 Wochen zu warten, bis Ihr Kind wieder ganz gesund ist oder auch sonst wieder etwas Ruhe im Familienleben eingekehrt ist. Dies wird auch Ihnen helfen, sich mehr auf den Schlaf Ihres Kindes konzentrieren zu können, wenn die anderen Belastungen oder Ablenkungen etwas weniger sind. 

Eine kleine Nebenbemerkung: Viele Eltern denken, dass ihr Kind am zahnen ist, dabei ist es aber tatsächlich nur übermüdet. Wenn Ihr Kind Wochen- oder gar Monatelang Nachts häufig aufwacht, ist es in der Regel nicht das Zahnen, da dies nur (wenn überhaupt) den Schlaf des Babys für ein paar Tage stört.

8. Eltern geben zu schnell auf

Einige Eltern, mit denen ich rede, erzählen mir von all den Dingen, die sie ohne Erfolg ausprobiert haben. Wenn ich sie frage, wie lange sie versucht haben, eine bestimmte Strategie umzusetzen, antworten sie oftmals mit: „2-3 Tage“. Das ist einfach nicht lange genug, um echte Veränderungen zu sehen!

Wir alle wissen, wie schwer es uns Erwachsene fällt, Verhaltensmuster oder Gewohnheiten zu ändern! Psychologen sagen, dass es mindestens 21 Tage dauert, ein altes Verhaltensmuster zu vergessen und noch länger um ein neues zu festigen. Oftmals geben Eltern das Schlaftraining am dritten oder vierten Tag auf (dies sind meistens die schwierigsten Tage). Meine Erfahrung zeigt, dass wenn man während diesen herausfordernden Tagen dranbleibt, man danach ziemlich schnell Fortschritte sehen kann.

Wenn Sie mit mir arbeiten, erhalten Sie einen individuellen Schlafplan, in dem wir alle Aspekte des Schlafes optimieren werden. Sie werden während des gesamten Prozesses ganz eng von mir begleitet. Dabei können Sie mir all Ihre Fragen stellen, Bedenken äußern und erhalten die Ermutigung und Zuversicht die Sie brauchen um dann nach der Beratung ganz selbständig weiterfahren zu können. 

9. Eltern wechseln die Trainingsmethode bei Schlafproblemen ihres Babys zu oft

Viele Eltern haben die Hoffnung auf besseren Schlaf komplett aufgegeben. Sie versuchen alle 3-4 Tage eine neue Methode weil sie das Gefühl haben, dass es nichts gebracht hat oder zu schwierig ist weiterzufahren. Das führt dazu, dass es keine Konstanz im Trainingsprozess gibt. Psychologen nennen dies „intermittierende Verstärkung“, das unerwünschte Verhalten, welches die Eltern doch so sehr zu ändern versuchen, wird dadurch nur noch mehr verstärkt. 

Wenn Sie nicht konsequent sind oder Ihren Ansatz häufig ändern, wird Ihr Kind verwirrt sein, weil es nicht genau erkennen kann welches Verhalten Sie sich wünschen. Dies führt unweigerlich zu mehr Tränen und Stress, beides versuchen wir generell auf ein Minimum zu beschränken!

Wenn Sie eine Schlaftrainings Methode anwenden möchten, ist meine Empfehlung an Sie, dass Sie zuerst sicherzustellen, dass Sie alle Faktoren, die den Schlaf beeinflussen bereits optimiert haben und dann für ein Minimum von 7-10 Tagen die ausgewählte Methode konsequent anwenden. Während dieser Zeitspanne sollten sich ganz klare Verbesserungen im Schlafverhalten Ihres Kindes zeigen, so dass Sie soweit ermutigt sind dran zu bleiben und weiterzumachen.  

10. Eltern warten zu lange um an den Schlafproblemen ihres Kindes zu arbeiten

Im Allgemeinen gilt: Je länger man wartet, desto stärker werden bestimmte Gewohnheiten und Muster und desto schwieriger wird es, diese wieder zu ändern. Ich beobachte viele Eltern die darauf warten und hoffe, dass sich der Schlaf ihres Kindes von selbst verbessert. Wenn das Kind jedoch starke Schlaf Assoziationen entwickelt hat, wird sich der Schlaf in der Regel nicht mit der Zeit verbessern.

Meiner Erfahrung nach scheint es einige Schlüsselzeiten zu geben, in denen die Arbeit am Schlaf reibungsloser zu verlaufen scheint als zu anderen Zeit. Ein Beispiel: Es ist relativ einfach, einem 3-6 monatigen Baby den Schnuller abzugewöhnen, manchmal geht dies sogar ganz ohne tränen. Versuchen Sie hingegen mal einem 18 monatigen Kleinkind den Schnuller weg zu nehmen. Dies ist eine ganz andere Herausforderung! 

Ich ermutige Eltern dazu, eine aufmerksame Haltung gegenüber ihrem Kind einzunehmen und nicht nur das zu tun, was sie immer getan haben. Eltern müssen versuchen zu erkennen, wann ihr Kind mehr Unabhängigkeit braucht, oder auch wann sich der Schlaf beginnt zu verschlechtern. Diese Signale sind wichtig zu erkennen um dann entsprechend reagieren zu können. Wenn wir das Beste aus diesen Momenten machen können, ist der Erfolg des Schlaftrainings viel wahrscheinlicher!

Manchmal wünschte ich mir, Babys würden zusammen mit einer Gebrauchsanweisung geliefert werden! Wir alle machen Fehler als Eltern! Ich hoffe aber, dass das Lernen aus den Fehlern anderer oder auch das erkennen der eigenen Fehlschläge, Ihnen helfen wird in Zukunft etwas entspannter und mit etwas mehr Klarheit weiter am Thema dranbleiben zu können 

Wenn Sie auf der Suche nach einer ganz individuellen und Kind spezifischen Schlafberatung sind zögern Sie bitte nicht eine unverbindliche und kostenlose 15-minütige Schlafberatung zu buchen. Erfahren Sie mehr über meine Arbeit, meinen Ansatz und dazu wie ich Ihnen in Ihrer ganz bestimmten Situation helfend zur Seite stehen kann, so dass sie so schnell wie möglich zu mehr Schlaf kommen! 

2019-07-06T08:23:12+00:00Juni 27th, 2019|Schlaf Tipps, Schlaftraining|

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